headerBild
headerBild
headerBild
Logo Oekolog

Anmeldung
Logo LFS Obersiebenbrunn
Kybeleum AWW

Am 15. Mai, einem ungewöhnlich kühlen und nassen Maitag, fand an der LFS-Obersiebenbrunn eine Vortragsreihe unter dem Titel "Klimawandel in der Landwirtschaft" statt. Mitreißende Referenten boten Schülern und Landwirten einen eindrucksvollen Tag der aktuellen Wissensstände zu  diesem für die Landwirtschaft so bedeutenden Themas.

 

Wilfried Hartl von der Bioforschung Austria erklärte die biologischen und physikalischen Prinzipien von Böden. Anhand von vielen Daten wies Hartl auf die Notwendigkeit der Humusbilanzierung über die gesamte Fruchtfolge hin. Eindrucksvoll vermittelte er die Wirkung von Windschutzanlagen, überlegten Begrünungsmischungen, den Wasserkreislauf und die Folgen von Bodenverdichtungen.

 

Gernot Bodner von der BOKU  zeigte die Zunahme von Hitzetagen und sommerlichen Starkniederschlagsereignissen während der letzten Jahre und erklärte Auswirkungen dieser Wetterphänomene auf Ertragszahlen wichtiger landwirtschaftlicher Kulturen. Bodenbearbeitung hat direkten Einfluss auf den Zusammenhang von Wasseranteil, Luftporenvolumen, Feldkapazität, Welkepunkt und Eindringwiderstand. Anhand langjähriger Versuchsergebnisse der landwirtschaftlichen Fachschulen wurde von Bodner auf den Zusammenhang von höheren Erträgen und geringerer Bodenbearbeitungsintensität bei Niederschlägen von weniger als 500-600 m pro Jahr hingewiesen.

 

Günther Golobich erklärte die neue elektronische Bodenkarte. Die Verbindung zum Klimawandel wurde mit dem Thema Bodenversiegelung, wodurch nach wie vor Ackerböden der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen werden, hergestellt.

 

Reinhard Nolz von der BOKU erklärte die Möglichkeiten der Bewässerungssteuerung unter Einbeziehung von technischen Entscheidungshilfen und Wasserbilanzmodellen. Als Ergebnis des ersten Versuchsjahres konnten Resultate gezeigt werden, welche Wasserstress als Differenz von Blatt- und Lufttemperatur sichtbar machen. Die eingesetzten Bodensensoren zeigen parallel dazu den Wasserhaushalt im Boden an.

 

Arno Kastelliz berichtete über Ergebnisse aus dem ersten Jahr des Bewässerungsprojekts an der LFS-Obersiebenbrunn. Dabei wurde auf die offensichtlich unterschiedliche Wasserausnutzung bei der Kombination von Bodenbearbeitungsmethoden und Bewässerungsverfahren verwiesen.

 

Herbert Eigner vom AGRANA Research and Innovation Center unterstrich als Möglichkeit des Wirtschaftens bei zunehmender Trockenheit die Züchtung und Auswahl von Sorten mit stärkerer Wurzelbildung, wassersparende Bodenbearbeitungskonzepte, die Anlage von Begrünungen zur Verringerung der unproduktiven Verdunstung und zur Bodenabdeckung mit einer Mulchschicht und der optimierte Einsatz von Bewässerungstechnik. Bei zunehmendem Schädlings- und Krankheitsdruck kann nur durch Kombination aller dieser Maßnahmen der Zuckerertrag je ha gesichert werden.

 

Gottfried Hauer von der Bildungswerkstatt Mold erklärte die landtechnischen Möglichkeiten auf die Folgen zunehmender Temperaturen und ausbleibender Niederschläge zu reagieren.

 

Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren von den fachlichen Kompetenz der Referenten begeistert.