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Fachbuch zur Geschichte der landwirtschaftlichen Basisausbildung in NÖ erschienen

LR Teschl-Hofmeister: Gelungene historische Darstellung der Agrarbildung

St. Pölten (16.9.2019) Landesschulinspektor a. D. Hofrat Herbert Reiter präsentierte beim Sommercampus der NÖ Landwirtschaftlichen Fachschulen (LFS) an der Gartenbauschule Langenlois sein neues Fachbuch „Agrarische Basisausbildung in NÖ im Wandel der Zeit“. Auf 230 Seiten wird die historische Entwicklung der Agrarbildung mit zahlreichen Originaldokumenten und umfangreicher Recherchearbeit fundiert dargestellt. Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister gratulierte Autor Herbert Reiter zur Publikation: „Das Buch ‚Die Geschichte der landwirtschaftlichen Basisausbildung in NÖ‘ ist eine wertvolle Bereicherung, um die künftigen Herausforderungen der Landwirtschaft besser bewerten zu können. Ich danke dem Autor für die gelungene historische Darstellung der Agrarbildung in NÖ, die zum Nachlesen anregt.“

„Ich wollte dem Vergessen entgegenwirken, daher habe ich mich die letzten Jahre intensiv mit der landwirtschaftlichen Basisausbildung, also den heutigen Berufsschulen, beschäftigt. Dabei galt es unzählige Dokumente in Archiven zu sichten, um die tatsächlichen Fakten zu recherchieren“, betont Hofrat Reiter. „Als Gründervater der Agrarbildung kann man Franz X. von Grutsch bezeichnen, der bereits 1865 die erste landwirtschaftliche Fortbildungsschule in Mödling gründete, obwohl der Beschluss des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins Mödling der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft Wien es erst für ein Jahr später vorsah. Aber das Interesse an der landwirtschaftlichen Bildung war wegen der zahlreichen Schädlinge im Acker- und Weinbau enorm. Rund 150 Schüler stürmten bereits im ersten Jahr die Schule. Bis 1868 wurden sieben weitere Fortbildungsschulen gegründet“, so Reiter.

 

Neben den bedrohlichen neuen Schädlingen, wie Kartoffelfäule und Reblaus, lagen die Gründe für die Etablierung der Fortbildungsschulen in der Umstellung der Bodenbewirtschaftungsform von der Dreifelderwirtschaft auf die Fruchtwechselwirtschaft und in der Bauernbefreiung von 1848. Schließlich galt es den gestiegenen Lebensmittelverbrauch aus eigener Erzeugung zu sichern.

 

Geht man in der Geschichte noch weiter zurück, dann war es bereits Kaiserin Maria Theresia, die 1774 in der allgemeinen Schulordnung festlegte, dass es an den Trivial-Schulen auch Lehrgänge für die Landwirtschaft geben soll. Unterrichtet haben an den landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen die Pflichtschullehrer, was bis zur Gründung der Landwirtschaftskammern nach dem Ersten Weltkrieg üblich war. Ausgebildete männliche Fortbildungsschullehrkräfte wurden erstmals 1947 eingestellt, weibliche Fortbildungsschullehrkräfte gab es schon vor 1938 in Niederösterreich.

Die Zwischenkriegszeit und der Zweite Weltkrieg brachten besondere Herausforderungen mit sich. Die allgemeine Berufsschulpflicht von 1938 bis 1945 hatte auch für die Jugendlichen in der Landwirtschaft Gültigkeit, was jedoch wegen des Krieges nur zum Teil umgesetzt wurde.

 

Nach 1945 ergriff die Landwirtschaftskammer NÖ in enger Zusammenarbeit mit den Pflichtschullehrern wieder die Initiative bei der Gründung der Fortbildungsschulen. Ab dem 1. NÖ. Landwirtschaftlichen Schulgesetz 1954 war nun das Land Niederösterreich offiziell für die Errichtung der landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen verantwortlich.

In der Hochblüte des Fortbildungsschulwesens gab es in Niederösterreich in den 1950er Jahren über 13.750 Schülerinnen und Schüler in 317 Schulen. Heute bilden zwei landwirtschaftliche Berufsschulen rund 250 Schülerinnen und Schüler in NÖ aus.

 

Herbert Reiter: „Agrarische Basisausbildung in NÖ im Wandel der Zeit“. 230 Seiten, 22,90 Euro, ISBN 978-3-99024-866-9. Bestellung direkt beim KRAL Verlag www.kral-verlag.at  oder bei der Landwirtschaftlichen Koordinationsstelle (LAKO), E-Mail: office@lako.at , Telefon: 02272/9005-16619.