„Gemüsebau im Wandel“ – Neue Technologien im Praxiseinsatz an der LFS Obersiebenbrunn
Unter dem Titel „Gemüsebau im Wandel – Neue Technologien im Praxiseinsatz“ fand am 19. Februar an der LFS Obersiebenbrunn eine Fachveranstaltung statt. Organisiert wurde sie von der Schule gemeinsam mit ihrem Absolventenverband, dem Gemüsebauverband Niederösterreich sowie der Landwirtschaftskammer Niederösterreich.
Zahlreiche Praktikerinnen und Praktiker aus dem Gemüsebau nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Auch die Obmänner Georg Mayer (BBK), Karl Auer (NGV) und Robert Kriegl (ETG) unterstrichen mit ihrer Anwesenheit die Bedeutung der Veranstaltung für die Branche.
Laser-Weeding und Robotik im Vormarsch
Den Auftakt machte Norbert Friedrich von der ETG mit einem Erfahrungsbericht über die erste und zweite Generation des Laser Weeders von Carbon Robotics in der Anbausaison 2025. Die Technologie zur präzisen, chemiefreien Unkrautregulierung habe sich in der Praxis vielversprechend gezeigt, so Friedrich, der dem weiteren Einsatz optimistisch entgegensieht. Für Detailfragen standen zudem Mitarbeitende des 24/7-Serviceteams zur Verfügung.
Franz Handler von der Innovation Farm Wieselburg gab Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um den Robotereinsatz im Anbau, beim Hacken und beim Spot-Spraying. Besonders betonte er den rasanten technologischen Fortschritt und die kurzen Innovationszyklen.
Drohnen, Fernerkundung und smarte Pflanzenschutztechnik
Rund 160 Zuhörende folgten dem Vortrag von Stefan Hölzl-Strohmayr vom Drohnenring Österreich über die rechtlichen Rahmenbedingungen und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Drohnen in der Land- und Forstwirtschaft. Um die angebotenen Services wirtschaftlich betreiben zu können, seien Kooperationen über Lohnarbeitsbetriebe üblich. Das Tätigkeitsfeld von Hölzl-Strohmayr reicht beim Anbau von Zwischenbegrünungen mittlerweile bis nach Deutschland.
Florian Krippl von LK Technik Mold widmete sich dem Zusammenspiel moderner Fernerkundungssysteme zwischen Zugmaschine und Anbaugerät. Am Standort Mold werden laufend Innovationen im Pflanzenschutz beobachtet, getestet und weiterentwickelt. Krippl wies auch auf die Möglichkeiten der Kosteneinsparung in diesen Technologien durch Eigenbausysteme hin.
Patchspraying als Lehrinhalt
Für die LFS Obersiebenbrunn erläuterte Direktor Arno Kastelliz die Möglichkeit über Patchspraying den Pflanzenschutzmitteleinsatz pro Flächeneinheit zu reduzieren. Bei diesem System werden über Multispektralkameras von Drohnen, Satelliten oder Pflanzenschutzgeräten, Unkrautkarten des zu behandelnden Feldes erstellt. Über das automatische Ein- und Abschalten von Teilbreiten der Feldspritze können so große Teile des Feldes unbehandelt bleiben wodurch weniger Pflanzenschutzmittel je Fläche benötigt werden. Mit dieser Technik umzugehen ist auch ein Lehrinhalt des Zweiges Landwirtschaft an der LFS Obersiebenbrunn.
Effiziente Hacktechnik aus der Praxis
Abschließend präsentierte Stefan Romstorfer eine am eigenen Betrieb weiterentwickelte kameragesteuerte Hacktechnik von Samo-Ullmann. Mit vergleichsweise hohen Arbeitsgeschwindigkeiten und geringem Zugkraftbedarf können damit auch stark verunkrautete Flächen effizient bearbeitet werden. Der deutliche Rückgang an händischen Arbeitsstunden führt dazu, dass sich die Investition innerhalb weniger Jahre amortisiert.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie stark technologische Innovationen den Gemüsebau prägen – und welche zentrale Rolle Ausbildung, Forschung und Praxisbetriebe dabei spielen. Ein informativer Nachmittag, der deutlich machte: Die Zukunft des Gemüsebaus ist digital, präzise und vernetzt.

